Was ist eine Sidechain?

Dieser Artikel erklärt was eine Sidechain ist und wieso sie von Relevanz ist. Das Thema wird nur oberflächlich angeschnitten und hat keinen Anspruch Sidechains technisch zu erklären.

Die Technologie hinter Bitcoin ist die Blockchain. Die Blockchain ist eine Art Datenbank die alle je durchgeführten Transaktionen speichert, verwaltet und verifiziert. Täglich wächst die Blockchain weiter. Die Bitcoin-Blockchain zum Beispiel hat bereits nach etwa acht Jahren seit der Erstellung des ersten Blocks durch Satoshi Nakamoto, eine Größe von 65 GByte angenommen. Je mehr Menschen Bitcoin benutzen, desto mehr Transaktionen werden durchgeführt und desto schneller wächst die Blockchain.

Die Größe der Blockchain ist insbesondere für die Stabilität des Bitcoin-Netzwerks von Bedeutung. Denn je größer die Daten sind, die ein Benutzer herunterladen muss um das Bitcoin-Wallet zu benutzen, umso mehr wird auf leichtgewichtige alternative Wallets ausgewichen, wie z.B. Electrum. Electrum lädt nicht die Blockchain herunter sondern verbindet sich mit einem externen Bitcoin-Knoten, wo die Blockchain vollständig gespeichert ist und ständig aktualisiert wird. Wird dies von vielen so gemacht (was durchaus verständlich ist), wird das Netzwerk von wenigen solcher großen Bitcoin-Knoten aufrechterhalten, was die Stabilität gefährdet und es grundsätzlich anfälliger für Attacken macht.

Um das Wachstum zu bremsen wurden bisher mehrere Lösungen diskutiert. Neben Pruning (im Groben das Abschneiden bzw. Ausdünnen der Blockchain) ist derzeit der Einsatz von Sidechains eine der hoffnungsvollsten Lösungen. Eine Sidechain ist dabei jeweils eine zusätzliche Blockchain die für einen bestimmten Zweck oder eine bestimmte Anwendung erstellt wird. Alle Transaktionen des Zwecks bzw. der Anwendung werden in dieser Sidechain durchgeführt. Nur Transaktionen die global wichtig sind, werden dann in die eigentliche Blockchain über eine Schnittstelle geschrieben.

sidechain

Schnittstelle zwischen der Blockchain und der Sidechain

Ein Beispiel für eine Sidechain

Ein Startup möchte einen dezentralen Marktplatz basierend auf einer Kryptowährung erschaffen. Die Kryptowährung hat natürlich eine Blockchain. Da das Startup einerseits Transaktionskosten sparen und die Blockchain der Kryptowährung nicht zu sehr belasten möchte, setzt sie eine eigene Blockchain auf, eine sogenannte Sidechain. Die Sidechain entspricht nicht unbedingt dem Design der Blockchain der Kryptowährung, sondern hat weitere Funktionalitäten integriert, die für den Marktplatz nötig ist und die eigentliche Blockchain der Kryptowährung nicht bietet (zum Beispiel größere Datenblöcke zum Ablegen von Kauf- und Verkaufsangebote inkl. Bilder). Die Sidechain hat zudem eine eigene Währung die i.d.R. einen festen Gegenwert zur eigentlichen Kryptowährung hat. In dieser eigenen Kryptowährung werden alle Transaktionen in der Sidechain getätigt. Das Startup muss für das Ankoppeln an die Blockchain der Kryptowährung eine Summe der Kryptowährung hinterlegen. Mit dieser Koppelung ist sichergestellt, dass Daten von der Sidechain in die Blockchain der Kryptowährung geschrieben werden können. Nun können die Benutzer des Marktplatzes Angebote einstellen und Käufe und Verkäufe tätigen inkl. der Bezahltransaktion. Dabei wird jede Transaktion mit einer gültigen Adresse der Kryptowährung in der Sidechain durchgeführt. Somit wird die Blockchain der Kryptowährung nicht belastet. Erst wenn quasi eine global gültige „Auszahlung“ vom Marktplatz an die Adresse stattfinden soll, wird eine Transaktion in die eigentliche Blockchain durchgeführt und ist global verfügbar. Der Großteil der Funktionalität findet jedoch in der Sidechain statt und belastet die eigentliche Blockchain nicht.

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